Geheime Idylle in Stuttgart – Das städtische Lapidarium

Geheime Idylle in Stuttgart – Das städtische Lapidarium

Als Stuttgarter meint man oft, man kenne die Stadt in- und auswendig. Doch manche Orte bleiben selbst mitten in der Großstadt unbekannt. Das städtische Lapidarium unter der Karlshöhe ist dafür das beste Beispiel.

Aber was ist überhaupt ein Lapidarium?

„Lapidarium“ (von lapis, lat. „Stein“) bezeichnet eine Sammlung von Steinwerken wie Skulpturen, Grabsteinen und Bauplastiken. Das Städtische Lapidarium bietet all das – und mehr. Es wurde 1905 von Karl von Ostertag-Siegle nach dem Vorbild italienischer Renaissancegärten geschaffen.

Eine Wandelhalle mit der sogenannten Antikenwand, an der zahlreiche Fragmente aus der römischen Antike angebracht sind, bildet heute den Mittelpunkt des Gartens.
1950 übernahm die Stadt Stuttgart die Anlage und erweiterte das Lapidarium um über zweihundert Plastiken und Überreste zerstörter Bauten der Stadt. Heute ist es ein Freilichtmuseum, das zugleich Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen bietet.

Kunst, Licht und Leben im Freilichtmuseum

Im Sommer gibt es zahlreiche Angebote – unter anderem Yoga im Freien, Secondhand-Märkte und Musikveranstaltungen. Aktuell erstrahlen die Steinwerke in den unterschiedlichsten Farben: Die Ausstellung „Winterlichter“ verbindet Kunst und Natur mit Licht und atmosphärischem Klang – perfekt für einen verschneiten Abend im winterlichen Stuttgart.

Der magische Garten lässt sich auf eigene Faust mit einer Laterne erkunden, alternativ auch in einer geführten Tour, bei der die Geschichten und Legenden der steinernen Zeugen lebendig werden. Zwischen Grabstatuen und kleineren Fragmenten entdeckt man immer wieder verborgene Schätze der Stuttgarter Bau- und Kunstgeschichte.

Besonders eindrucksvoll wirkt die Marmorskulptur „Raub der Proserpina“, ursprünglich aus dem Stuttgarter Kronprinzenpalais. Sie leuchtet geheimnisvoll in tiefem Lila – inszeniert durch die modernen Lichtinstallationen der Ausstellung. Auch das Portalfragment des Alten Steinhauses, eines der ältesten Gebäude Stuttgarts, erstrahlt neu – umgesetzt von den Künstlern Simon Wallenda und Maximilian Luz.

„Jeder Besuch im Lapidarium lohnt sich“

Die Besucherinnen und Besucher beschreiben die Atmosphäre als „stimmungsvoll“ und „mystisch“. Viele betonen die Ruhe und den Oasencharakter mitten in Stuttgart. Trotz der zunehmenden Bekanntheit durch Veranstaltungen bleibt das Lapidarium ein „absolut empfehlenswerter Ort“, der durch seine einzigartige Mischung aus Geschichte und Natur besticht.

Gut erreichbar mit Bus, Bahn und Auto ist das Lapidarium ein sehenswertes Ausflugsziel für Jung und Alt – ein Ort, der Stuttgart immer wieder neu entdecken lässt.

Ein Beitrag von Vanessa Mauch, Theodora Georgi, Nicole Dumanov, Nele Giepen und Jasmin Griebler

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