Karlshöhe – Die schönste Aussicht Stuttgarts

Karlshöhe – Die schönste Aussicht Stuttgarts

Der 343 m hohe Berg im Stuttgarter Süden ist ein fester Bestandteil des städtischen Lebens und weit mehr als ein klassischer Aussichtspunkt. Als sozialer Treffpunkt bietet er zahlreiche Möglichkeiten, die Freizeit mit viel Spaß zu gestalten.

Die Historie der Karlshöhe

Schon seit 1286 ist der Berg unter dem Namen Reinsburghügel bekannt und weist eine lange Geschichte auf. Ab dem 13./14. Jahrhundert befand sich an diesem Ort ein Steinbruch, in dem Schilfsandstein abgebaut wurde. Im 19. Jahrhundert wurde der Steinbruch jedoch nicht mehr genutzt, und der Berg verwilderte zunehmend.

Die Geschichte wandelte sich im Jahr 1964, als der Verschönerungsverein das Grundstück rund um den alten Steinbruch erwarb. Noch im selben Jahr pflanzte er die Karlslinde, benannt nach König Karl von Württemberg. Aus diesem Grund erhielt der Berg 1989 auch den Namen Karlshöhe. Durch die Restauration von 1989 bis 1996 entstand hier das erste Naherholungsgebiet in Stuttgart.

Tschechen & Söhne

Wer den Stuttgarter Talkessel und seine Weinberge aus der Vogelperspektive erleben möchte, findet kaum einen eindrucksvolleren Ort als das „Tschechen & Söhne“. Von der großzügigen Terrasse eröffnet sich ein weiter Blick bis ins Neckartal und hinüber zum Schurwald.

Der Biergarten auf der Karlshöhe liegt eingebettet in eine weitläufige Parkanlage mit Spielplatz und liebevoll angelegten Gärten. Anlässlich der Landesgartenschau 1961 entwarf der renommierte Architekt Rolf Gutbrod eine elegante Unterstehhalle mit Milchbar und Terrasse, die heute unter Denkmalschutz steht. Nach der Übernahme durch „Marshall Gastronomies“ im Jahr 2004 wurde die ehemalige Milchbar in Abstimmung mit dem Denkmalamt umgestaltet.

Der Biergarten lädt dazu ein, die Mittagspause entspannt zu verbringen oder an warmen Sommerabenden bei einem kühlen Getränk den Blick über die Lichter der Stadt schweifen zu lassen.

Kulinarisch bietet die Speisekarte klassische Biergartengerichte wie Wurstsalat, Fleischküchle, Weißwürste und Maultaschen mit Kartoffelsalat, aber auch einige vegetarische und vegane Optionen. Besonders gefragt sind die abwechslungsreichen Sommersalate. Dazu werden frisch gezapftes Dinkelacker Bier im Steinkrug, regionale Weine sowie Kuchen, Cappuccino und Latte Macchiato serviert.

Die Karlshöhe als Ausgangspunkt

Wer seinen Tag mit einem Spaziergang auf die Karlshöhe startet, hat den perfekten Ausgangspunkt erreicht, um einen Tag in Stuttgart zu verbringen. Da die Karlshöhe zwischen Stuttgart-Süd und -West liegt, befindet sie sich mitten in zwei der schönsten Viertel, die Stuttgart zu bieten hat.

Läuft man in Richtung Süden, erreicht man bereits nach fünf Minuten das Städtische Lapidarium. Das Freilichtmuseum im italienischen Renaissancegarten mit rund 200 Kunstwerken, Bauteilen und Skulpturen erzählt insgesamt 500 Jahre Stadtgeschichte. Der Besuch ist kostenlos und je nach Saison ab 14:00 oder 17:00 Uhr möglich.

Wer nach dem Besuch eine Stärkung braucht, erreicht innerhalb von sieben Minuten den Marienplatz mit Anschluss zur Tübinger Straße. Egal ob Tee, Kaffee oder Matcha – in einem der zahlreichen Cafés wird jede*r fündig.

Aber auch der Westen hat viel zu bieten: In nur fünf Minuten gelangt man von der Karlshöhe zum Feuersee. Der ursprüngliche Feuerlöschteich umgibt die dort liegende Johanneskirche, die als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung gilt. Heute ist der Ort vor allem ein Platz zur Erholung und ein beliebter „Chill-Spot“ für Jugendliche. Rund um den See gibt es viele spannende Aktivitäten und Veranstaltungen, wie beispielsweise das Feuerseefest, das Feuersee Open oder im Winter den Punschwald.

Wer lieber noch etwas shoppen gehen möchte, hat es ebenfalls nicht weit – in kurzer Zeit erreicht man von der Karlshöhe das Einkaufszentrum „Das Gerber“.

Die Karlshöhe als sozialer Treffpunkt

Die öffentlich zugängliche Grünfläche erfüllt eine wichtige soziale Funktion: Sie dient seit Jahren als Treffpunkt für Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und Hintergründe. Jährlich besuchen Tausende die Karlshöhe – für kurze Pausen im Alltag, längere Aufenthalte mit Freundinnen oder als Ort gemeinsamer Aktivitäten.

Besonders in den wärmeren Monaten wird die Karlshöhe zu einem lebendigen sozialen Raum. Picknicks, spontane Treffen, gemeinsames Musikhören oder Gespräche bei Sonnenuntergang prägen das Bild. Ergänzt wird dieses Angebot durch den angrenzenden Biergarten.

Ein besonders starkes Beispiel für diesen Treffpunktcharakter ist das Draufsicht-Festival. Organisiert von Jugendlichen in Zusammenarbeit mit lokalen Initiativen wie dem Verein Team Tomorrow e. V., richtet es sich bewusst an junge Menschen und will ihnen eine Plattform für Kultur, Austausch und Beteiligung bieten – mit Live-Musik, Workshops, Diskussionen und kreativen Mitmach-Angeboten.

Doch auch im Winter verliert die Karlshöhe nicht an Bedeutung. Besucherinnen nutzen den Aussichtspunkt ganzjährig – sei es für einen ruhigen Rundgang, für Gespräche oder um den Blick über den Talkessel zu genießen.

Ein Beitrag von Laura Hoffmann, Linea Rupp, Sabrina Klimmt, Nikolina Antic, Lene Bode

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