Obwohl der Santiago-de-Chile-Platz längst kein Geheimtipp mehr ist, zieht er sowohl Touristen als auch Stuttgarter an.
Am südlichen Kesselrand gelegen, bietet er eine hervorragende Aussicht über die Stadt. Der Panoramablick reicht über die Innenstadt hinweg bis zum Hauptbahnhof und dem dahintergelegenen Europaviertel – bei etwas Glück und klarer Sicht sogar noch weiter hinaus.

Historie
1971 wurde der Santiago-de-Chile-Platz vom Verschönerungsverein Stuttgart unter dem Namen „Auf dem Haigst“ gestiftet und vom Gartenbauamt der Stadt gestaltet. Nachdem Ende der 1980er-Jahre das chilenische Konsulat erbaut wurde, initiierte der chilenische Honorarkonsul und Architekt Georg Kieferle die Umbenennung und stiftete drei Skulpturen. Anlässlich des Besuchs der damaligen chilenischen Präsidentin, Frau Dr. Michelle Bachelet, fand die feierliche Einweihung im Oktober 2006 statt. Dieser besondere Tag wurde in einem Granitblock aus dem chilenischen Maipo-Tal verewigt.

Skulpturen
Etwas überraschend wirkt zunächst die Moai-Skulptur inmitten des Platzes. Doch da die Osterinsel zu Chile gehört, passt ein Abbild der von dort stammenden Figuren hervorragend in das Bild des Kulturaustauschs, den dieser Ort symbolisiert. Die Statue besteht aus rotem Buntsandstein und wurde auf Wunsch Kieferles von dem einheimischen Bildhauer der Osterinsel, Bene Tuki-Pate, gestaltet.

Auch die bronzene Büste der chilenischen Dichterin, Diplomatin und ersten lateinamerikanischen Nobelpreisträgerin für Literatur, Gabriela Mistral, genießt den einzigartigen Blick über die Stadt. Ihren eigentlichen Namen, Lucila Godoy Alcayaga, änderte sie nach dem Erzengel Gabriel und dem Mittelmeerwind Mistral.

Lage
Das Pendant zum „Plaza Stuttgart“ in Santiago de Chile ist ein Herzstück des Degerlocher Wohngebiets Haigst, das durch seine ruhige Halbhöhenlage mit urbaner Nähe und viel Natur besticht. Die Aussichtsplattform lässt sich auf vielen Wegen erreichen – wahlweise mit dem Auto oder mit der U-Bahn. Wer noch mehr Panoramablicke genießen möchte, sollte eine Fahrt mit der Zahnradbahn bis zur Haltestelle „Haigst“ unternehmen. Und wer sich lieber aktiv bewegt, hat die Wahl zwischen zahlreichen Wanderwegen wie dem Naturfreundeweg Stuttgart-Süd, der durch die „Rote Socke“ gekennzeichnet ist.

Alle Wege scheinen sich einig zu sein: Diese Aussicht auf Stuttgart darf man nicht verpassen!
Wer also einen kleinen Einblick in chilenische Geschichte und Kultur erhalten möchte, ist hier genau richtig.
Ein Beitrag von Letizia Lorenz, Lena Marinic und Merrit Schulte